Impuls zum 6. Fastensonntag

Mach mal Pause!

„An der Arbeit soll sich die Kraft des Körpers und Geistes üben und stärken, nicht aufreiben; in der Erholung und Erheiterung soll Körper und Geist Kräfte sammeln und erfrischen, nicht verlieren.“
Adolph Kolping

Wer kennt es nicht, das beklemmende Gefühl, aufgebrannt zu sein an Seele und Leib? Zu oft bis an die Grenzen der physischen Belastbarkeit gegangen und dadurch auch die stillen Kraftreserven aufgebraucht, das kann nicht lange gut gehen. Bevor die ersten Alarmsignale kommen, sollten wir einen Stopp einlegen und uns Zeit zum Auftanken nehmen. Neuer und frischer Treibstoff muss her. „Sprit“ sollte es sein, Spiritus, also Geist, der neue Kraft und neues Leben schenken kann. Den aber kann man nicht einfach gegen Geld an einer Tankstelle erwerben. Letztlich ist er unbezahlbar. Mehr noch: Er ist kostenlos! Gratis kann man ihn tanken, weil er uns von Gott geschenkt wird. Der Prophet Jesaja lädt uns zum kostenlosen Auftanken ein, wenn er sagt: „Auf, ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser! Auch wer kein Geld hat, soll kommen… Warum bezahlt ihr mit Geld, was euch nicht nährt…?“ (jes 55, 1f)

Adolph Kolping ruft uns auf, uns nicht an der Arbeit aufzureiben. Das hat er wohl auch an seine eigene Adresse gerichtet. Denn er hatte oft genug Grund, über eine hohe Arbeitsbelastung zu klagen. Oft habe er tagelang nicht eine wirklich freie Stunde gehabt, um zu verschnaufen. „Wenn ich kann, gehe ich in der Woche einen Tag aus der Stadt, um nur für ein paar Stunden aus dem Getöse zu kommen. Mehr geht in der Regel schon nicht an.“ Adolph Kolping versuchte, Kontakte und Freundschaften zu pflegen. Er war ein durch und durch lebensfroher und geselliger Typ. Erholungszeiten gehörten zu seinem Programm. In den letzten Lebensjahren machte er auf ärztliche Anweisung jährlich eine Kur im belgischen Seebad Ostende. Zur rechten Zeit Erholung für Seele und Leib suchen, das meint das Gebot der Selbstliebe. Innerlich und äußerlich zur Ruhe kommen; neu herausfinden, wofür und woraus wir lebens; neu erkennen, was die eigentlichen Quellen unseres Lebens sind und wem wir uns mit unserer Existenz verdanken. Erholung, Urlaub, freie Zeit: eine glänzende Gelegenheit, uns selbst neu zu entdecken und durch die Begegnung mit anderen Menschen und mit Gott, der uns seine Nähe schenkt in seiner Schöpfung, im Wort der heiligen Schrift und in den Sakramenten der Kirche. Gratis, aus Gnade und Liebe schenkt er uns neue Kraft für den weiteren Weg!

Quelle: Aus dem Buch von Alois Schröder: Mit Kolping durch das Jahr